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Bewertungsmuster

Moral

Moral
Wenn uns die Moral fehlt, fehlt uns alles. Moral ist: die Abrüstung des Unten und die Ausrüstung des Oben, ohne jemanden zu schädigen und ohne sich über jemanden zu erheben.
Hat in diesem Leben Selbstsucht und Moral einen Wert - wo wir doch sehen, dass die vor unseren Augen Siegenden deser Ketten spotten?
Müßige Frage.
Besäße einer alles, was die 'Kettenlosigkeit' gewährt und alle idealen Genußgüter des Lebens dazu, aber keine Lebens-, Sterbens- und Jenseits-Weisheit, so hätte ein solcher nicht einen einzigen wirklichen Wertbesitz!
(J.F. Finck)
"Kenntnis weilt in Körpern voll Gedanken anderer,
Weisheit im Herzen, das den eigenen lauscht."
(aus H.P. Blavatsky, "Geheimlehre")

Bewertungsmuster des menschlichen Handelns und Denkens, die Ethik oder das konkrete moralische Handeln sind meist an einem theoretischen Gedankengebäude orientiert, in dieses teilweise hineingewoben.
Nun überwiegt aber beim Durchschnittsmenschen der Egoismus - seine Sicht ist weitgehend auf die Ich-Perspektive beschränkt und hat als Ziel und Grundmotiviation den Erhalt und das Wohlergehen des Ich.
Äußere ethische Normen sind hier wie ein Anzug, den man überzieht und den man seiner Größe anpasst. Jeder legt sie sich so aus, wie er sie braucht, passt sie seinen Bedürfnissen an, so dass diese möglichst nicht eingeschränkt werden.
Es fehlt der innere Bezug zu "richtig" und "falsch". In der Spur gehalten wird das Verhalten höchstens durch Sanktionen, etwa rechtlicher Art im weltlichen, bei Abweichung von der Norm oder transzendenter Sanktionen bei den Religionen (so man sie in diesem Sinne versteht).
Eine begrenzte materialistische Sicht auf die Welt, deren äußeren Rahmen wohlgemerkt, gefangen in das kurze Intervall zwischen Leben und Tod (von der Wahrnehmung des Einzelnen aus betrachtet) kann nie wirklich mehr als Egoismus sein.
Solch ethische Denkgebäude mögen logisch oder vernünftig sein, dienen jedoch letztlich nur dem Erhalt des Ego.
Auch Selbstlosigkeit oder Hilfsbereitschaft, Frömmelei innerhalb dieses Rahmens dienen dem Ego.
Wirklich "moralisch" ist derjenige, durch den die höchste Moral wirkt.
Sie findet man in keinem Buch, sie ist nicht Folge regelorientierten Handelns, sondern Folge und Ausdruck einer seelisch-geistigen und somit moralischen Entwicklungshöhe.
Das Sein, so wie es ist, ungefiltert betrachtet, ist Ausdruck jener höchsten Moral, des Sinns, in dem jeglicher Egoismus verschwindet, sich auflöst im Ganzen.
Erst die Erkenntnis dieser Einheit, die eigene innere echte Erkenntnis, nicht die angelesene oder übernommene, lässt mich den tieferen Sinn allen Geschehens erkennen und demgemäß handeln.
Erst dann und nur dann, kann ich "richtig" handeln, Leid vermeiden - eigenes, wie jenes anderer. Erst dann kann ich meinem Denken und Tun die Richtung geben bzw. mich mit der Grundstimmung des Kosmos harmonisieren.
Sein Grundwesen ist Einheit allen Seins seine Richtung die Höherentwicklung hin bzw. zurück zu dieser Einheit aus der ego-gewirkten Zersplitterung.
Erst im maximal ausgeprägten Materialismus, der maximalen Abgrenzung vom Ganzen beginnt der Funke überzuschlagen.
Somit hat alles Sinn und Richtung, bloss sehen die meisten es nicht.

Es gibt somit die äußeren Verhaltensregeln, genannt "Ethik" oder "Moral", die den Menschen die Richtung ihres Handelns vorgeben, die helfen sollen zwischen "falsch" und "richtig" oder zwischen "gut" und "böse" zu unterscheiden.
Diese Regeln sind Grundlage der Gesetze, sind aber wie die Erfahrung zeigt, Auslegungssache und nicht wirklich verbindlich, vermutlich weil die innere Einsicht in den tieferen Sinn und vor allem in die Konsequenzen des Handelns auf höheren Seinsebenen fehlt (Karma).
Wahre Verantwortung für sein Handeln und Denken kann nur der übernehmen, der tiefer blickt, der jene dem Sein eingeschriebenen und in diesem sich ausdrückenden Gesetze (er)kennt und sie zum Maßstab seines Handelns, seines Denkens und Tuns macht.
Es ist dies der Unterschied zwischen eigenem Denken und aus Bequemlichkeit übernommenen fremden Denkens, ähnlich der Denkträgheit eines Menschen, der sich zu einer ihm passenden Konfession bekennt und jenem, der wirklich erkennt, glaubt und um die Wahrheit weiß, weise im wahrsten Wortsinne ist.