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Kunst

"Nicht in der Natur, im Menschen liegt alle Schönheit und aller Wert, den er schaut."
"Der Unterschied zwischen Landschaft und Landschaft ist klein; doch groß ist der Unterschied zwischen den Betrachtern."
(Emerson)
Jeder sieht in einer Landschaft und ihren Szenerien, Ausdrucksformen seiner inneren Bilder, die einen Filter für seine Wahrnehmungen bilden und zugleich
ein innerer Bildvorrat sind, so dass der Künstler immer nur die ihm gemäßen Bilder künstlerisch ausdrückt.

"Kunst" bedeutet nicht "Abbilden der Natur". Wahre Kunst besteht vielmehr darin das außen oder innen Gesehene als Bildkeim in sich aufzunehmen und auf dem
ureigenen Nährboden der Seele wachsen und reifen zu lassen hin zu einer individuellen Ausdrucksform.
Die eigene Veranlagung, das innere Muster eines Menschen dient hier immer zugleich als Wahrnehmungsfilter, wie auch als Ausdrucksfilter - sie gibt dem Ausdruck die individuelle Prägung.
Nur diese Bilder sind authentisch.
Die inneren Bilder, sind die Urbilder des Seins und seiner Manifestationen.
Je reifer eine Seele, desto höher ist ihre Durchlässigkeit für diese geistigen Urbilder.
Von außen aufgenommene Bilder werden mit diesen Urbildern, die jeder Erscheinungsform zugrunde liegen, abgeglichen.
"Schön" im höchsten Sinne ist ein Bild in dem Maße, indem es seinem Urbild entspricht.
Wenngleich diese Übereinstimmung nie vollständig sein kann, da ein geistiges Urbild einer materiellen Form immer nur bis zu einem gewissen Grade eingeprägt werden kann.

"Kunst" mag von "Können" kommen und geht doch weit darüber hinaus. Das "Können" bezieht sich auf die Fähigkeit etwas auf seine ureigene Art auszudrücken.
Ein Zuviel an handwerklicher Rafinesse erzeugt leblose, meist totgemalte Bilder, bleibt meist im reinen Abbilden stecken.
Zum individuellen künstlerischen Selbstausdruck muss man die geeigneten Formen und Mittel finden. Wie ein als "zweidimensional" bezeichnetes Blatt Papier ja eine minimale Ausdehnung in die dritte Dimension hat (ansonsten wäre es nur eine mathematische Abstraktion), so hebt die Kunst das Können in eine höhere Dimension, macht ein Bild zu einem Kunstwerk.

Ein wahrer Künstler ist immer ein schöpferischer Mensch, der Neues erschafft, nicht das bereits existierende wiederkäut.
Was durch ihn und womit er wirkt ist die Intuition, der Genius; niemals ist es der Intellekt, der nicht in der Lage ist je etwas Neues zu schaffen.
Die Intuition schöpft aus Quellen, die dem Intellekt niemals zugänglich sind. Bewegt sich der Intellekt im zweidimensionalen - im Messen, Vergleichen, Abwägen, so bewegt sich die Intuition im Höherdimensionalen, den Begrenzugen des Intellekts nicht unterliegend.

Geniale Schöpfungen sind einfach da als spontane Idee im Geist stehend, gleichsam aus einer verborgenen Tür tretend, zunächst in Seelenstoff gekleidet, fordern sie ihre Ausdrucksform, um sich durch diese und in dieser zu offenbaren.