Startseite

Lebensaufgabe

Lebensaufgabe
"Du hast eine Aufgabe zu erfüllen. Du magst tun was du willst, magst hunderte von Plänen verwirklichen, magst ohne Unterbrechung tätig sein wenn du aber diese eine Aufgabe nicht erfüllst, wird alle deine Zeit vergeudet sein."
(Dschelal ed-Din Rumi)

Das Finden der Lebensaufgabe ist ein Synonym für Lebensglück oder Selbstverwirklichung.
Doch was ist diese Lebensaufgabe – wer teilt mir diese zu?
Jede Seele hat sich vor der Geburt ihre Lebensaufgabe oder Lernaufgabe für dieses Leben selbst ausgesucht.
Diese Lernaufgabe dient dazu die Seele immer höher zu führen – ist doch die Grundtendenz des ganzen Universums die Höherentwicklung aller Lebensformen.

Zwei wesentliche Denkfehler muss man hier jedoch vermeiden:
- Die Annahme diese Lebensaufgabe sei etwas Großes
- Die Annahme man fände diese irgendwo außerhalb seiner selbst
Die Lebensaufgabe ist im karmischen Zusammenhang der Einzelseele und der mit ihr verbundenen Seelen zu sehen. Karma ist das Ausgleichsgesetz, das Gesetz von Ursache und Wirkung.

Man darf hier natürlich nicht dem Denkfehler verfallen etwas Großes zu erwarten, nicht darauf hoffen, dass die Lebensaufgabe in großen Lettern am Himmel geschrieben sich offenbart.
Es geht ganz einfach nur darum im Leben bestimmte Aufgaben und Pflichten zu erfüllen, seine Aufgaben. Das sind in der Regel ganz alltägliche, scheinbar belanglose Dinge – aber man wirkt dadurch am und im Ganzen.
Das ist das Entscheidende.

Oft liest man das Lebensglück oder die Selbstverwirklichung hinge von einem Berufswechsel ab.
Auch das halte ich für abwegig. Es gibt keinen Traumberuf ebenso wenig wie es eine Traumfrau (bzw. einen Traummann), ein Traumhaus oder einen Traumurlaub gibt.
Man muss unterscheiden zwischen Innen und Aussen, zwischen äußerem Beruf und innerer Berufung.
Der äußere Beruf dient zur Sicherung des Lebensunterhalts und der Pflichterfüllung im karmischen Kontext.
Die innere Berufung ist das, was ich bin, was nur ich bin und was nur ich zu tun imstande bin und sonst niemand.
Das sind ganz bestimmte, individuelle Fähigkeiten. Diese Fähigkeiten machen mich jedoch nicht erhaben über Andere, noch stellen sie mich unter die Anderen - sie grenzen lediglich meine Individualität ab.

Beruf und Berufung fallen nur in den seltensten Fällen zusammen und sie sollen es vielleicht auch gar nicht.
Die Tatsache, dass die Selbstverwirklichung im Sinne des Umsetzens der Lebensaufgabe so sehr auf den Beruf bezogen ist, zeigt wohl eher unsere starke Fixierung auf das berufliche Tun, das bei den meisten Hauptlebensinhalt geworden ist.
Diese ganze Fixierung auf Äußerlichkeiten führt in die Irre, führt zur Verwirrung der Sinne.
Es geht nicht um Berühmtheit und Erfolg, auch nicht um Haben (Geld, Haus, Auto, technische Spielzeuge). Es geht um das Sein, Selbst-Sein – nicht um Schein!
Man findet dieses Sein nur in sich selbst, an dem Ort, an dem man ist oder wo man ist und wirkt, da es in einem selbst liegt.
Ich kann meine Umgebung ändern - was konstant bleibt, was ich mitnehme bin aber immer Ich.
Ursache und Wirkung dürfen nicht vertauscht werden – nicht der Umgebungswechsel ändert mich, sondern indem ich mich ändere, ändert sich das Verhältnis zu meiner Umgebung und die Form, in der sie mir entgegentritt, ich sie wahrnehme und erlebe.
Auch die scheinbar hässlichste Fratze einer Umgebung kann sich in das schönste Antlitz wandeln!
Schönheit ist überall – man muss sie nur sehen!
Glück ist überall – man muss sich ihm bloß öffnen!

Man braucht dazu keine Coaches oder Gurus, die einem letztlich ja ihren Weg vermitteln und die Menschen – gewollt oder ungewollt – von sich abhängig machen.
In keinem, außer seinem eigenen inneren Buch, findet man die Beschreibung seiner Lebensaufgabe.
Dazu muss man aber alle Seiten von Anfang bis Ende durchlesen und durchleben.
Jeder muss seinen Weg alleine finden und gehen. Jeder muss, wie Schopenhauer es formuliert hat, die Kelter allein treten, seinen Wesenskern freilegen und leben.