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Sinnfragen

"Der Mensch müht sich ab, das Leben ausserhalb seiner selbst zu finden, und ahnt nicht, dass das Leben, das er sucht, in ihm selbst ist."
(Khalil Gibran)

Sinn und Unsinn

Viele Begriffe werden nicht immer sauber getrennt, so z.B. die Begriffe Kirche und Religion. Kirche ist Ausdruck oder Folge einer Religion, nicht die Religion selbst.
Kirche vertritt eine Konfession, eine Auslegung der Religion - sonst gäbe es nicht so viele Konfessionen.(siehe Religion)
Die Kirche ist eine Institution, ein Machtinstrument, kirchliche Oberhäupter waren lange Zeit auch weltliche Herrscher mit weltlicher Macht,
die auf weltliches Geschehen einwirkten. Es sind Menschen mit menschlichen Schwächen.

Die Religion bezieht sich auf das Wesen des Menschseins, sein Eingebettetsein in kosmische Zusammenhänge, einfach den Sinn.
Dieser Sinn offenbart sich nur in wenigen Menschen, ihren Worten und Taten. Er ist jedoch allgegenwärtig und sichtbar, so man sehen kann.
Beweisen kann man ihn nicht, braucht man auch nicht.
Ich kann einem Blinden das "Sehen" nicht erklären oder beweisen.
Die "Bhagavad-Gita", die "divina commedia" - Werke von Geisteskranken?
Astrologie, Homöopathie, Bachblüten, TCM - alles Unfug?
Wie können solch ausgeklügelte, in sich völlig schlüssige Systeme der Welterklärung, der Heilung als Unfug, Aberglaube, nicht wirksam bezeichnet werden?
Ganz wunderbar sind in der Astrologie alle Dinge verknüpft mit dem Urgrund des Seins und beschreiben so wunderbar alles Geschehen aus einfachen Mustern.
Gleiches gilt für die Homöopathie, die einfach kaum jemand in ihrem Wesen zu verstehen mag.
Dabei muss man doch bloß das "Organon" aufmerksam lesen ...
Gerade bei der Astrologie mag bei den Kritikern auch die Angst mitspielen von Kräften kontrolliert zu werden, die sie nicht verstehen und kontrollieren
können.
Aber gerade darum geht es ja nicht!
Es geht darum die eigene Verantwortung für sein Leben und "Schicksal" zu erkennen, die dahinter wirkenden Kräfte und deren Beherrschbarkeit zu verstehen!

Wer ist denn frei, bestimmt wirklich sein Leben selbst?
Wir alle sind doch gefangen in einem Spinnennetz von Abhängigkeiten: Geld, Beruf, Sicherheit,
Krankheit, Angst, Triebe, Leidenschaften. Diese Kräfte kennen wir alle und doch lassen wir uns von ihnen kontrollieren, beherrschen - Tag für Tag, Stunde
für Stunde!
Frei ist der, der versteht, tief innerlich, dass der Geist die Materie beherrscht, dass der Geist alle Dinge wirkt!
Erklären lässt sich das nicht, man muss es selbst erfahren, was recht einfach ist.

Alle Annehmlichkeiten des Lebens, alle technischen Erfindungen wurden zuerst im Geiste eines Menschen ersonnen!
Dieser Geist ist eben nicht Funktion des Körpers - es ist gerade umgekehrt, da erst nach Vorliegen eines geistigen Bildes eine Schöpfung erfolgen kann.
Man denke an die gotischen Kathedralen, an Michelangelos Skulpturen, die Werke Shakespeares ... gleiches gilt für die großen Leistungen der Wissenschaft und
Technik.

Wäre der Geist nur ein Anhängsel des Gehirns, so wären doch diese Dinge lehrbar, erklärbar, nachvollziehbar, da sie ja wissenschaftlich erklärbaren
Vorgängen des Gehirns entspringen.
Ist aber nicht so.
Welch ein Aufwand müsste heute betrieben werden eine gotische Kathedrale zu bauen.
Es war damals im Grunde ein Mensch, der die Idee in seinem Kopf trug, ohne Statik, ohne Computer!

Einer sagte sinngemäß: "Wir brauchen keine Religion, wir haben die Philosophie."
Was heißt das? Welche Philosophie? Die großen Philosophen reichen mit ihren Gedanken ausnahmslos in die höhere geisige Welt!
Man lese Platon, Seneca, Schopenhauer, Hegel, Emerson ...
Die anderen ergehen sich in leerem Gerede, verstecken ihre Unkenntnis hinter einem undurchdringlichen Dickicht von Begriffen.

Das Leben beschränkt sich nicht auf die Zeitspanne zwischen Geburt und Tod. Es war vorher und wird nachher sein.
Von völlig falschem Verständnis zeugt die Einstellung das vermeintlich Böse in der Welt als die Nicht-Existenz Gottes beweisführend heranzuziehen, weil er ja nicht "eingreift", das Böse bekämpft.
Oder anders ausgedrückt: Das "Böse" kommt nicht von irgendwo - es ist Menschenwerk!
Durch solches Argumentieren gibt man lediglich die Verantwortung für sein Leben ab, in dem sich möglichst nichts Unvorhergesehenes oder gar
Unangenehmes ereignen soll - man will es ja bequem haben und beraubt sich so wertvoller Entwicklungsimpulse und nennt sie angstvoll "Schicksalsschläge".
"Das Gute ist der Feind des Besseren!" (Goethe)
Die Erde ist der Ort durch den die Seelen wandern, eine Schule, ein Ort, an dem sie reifen und wachsen, den sie immer wieder besuchen.
Die unterschiedliche Reife der Seelen ist Grund für ihr "Leiden", für Kriege usw.
Unreife Seelen sind sich der Wirkung ihres Tuns auf das Ganze nicht bewusst, sehen nur sich.
Unreife Seelen erfahren das Schicksal als Leid, oder vermitteln es anderen als solches.
Reife Seelen akzeptieren ihr selbstbewirktes Schicksal, gestalten es, dienen dem Wohl des Ganzen.
Reifen heißt höhere Bewußtheit, umfassendere Bewußtheit allen Seins, Erkenntnis der Verwobenheit aller Dinge und Wesen. (siehe Einheit)