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Zeit

"Ewigkeit ist ewige Gegenwart, Unendlichkeit die ewige Zukunft, die nie erreicht werden wird."
(Elisabeth Haich)

"Der Geist spielt mit der Zeit. Er lebt im ewigen Jetzt und kann die Ewigkeit in eine Stunde zusammenraffen und eine Stunde zur Ewigkeit dehnen."
(R.W. Emerson)

Vorgedanke

"Das Primäre ist immer die geistige Haltung; die äußeren Geschehnisse sind immer nur deren letzte sichtbare Ausläufer.
Der Gedanke ist der eigentliche Auslöser jeder Schicksalslawine, die zu Tal rast und je nach der Richtung des Gedankens eine Goldader im Gestein freilegt oder
eine Hütte mitsamt ihrer Bewohner zerschmettert ...
"
(Prentice Mulford)

Zukunft

Die Zukunft ist unbestimmt. So sind Aussagen über konkrete zukünftige Ereignisse, Prophezeiungen zumindest unscharf und dürfen nie im Sinne eines unabänderlichen Fatum verstanden werden..
Die Zukunft ist zunächst nur als Möglichkeit vorhanden und es ist so „dass alle Ereignisse in der physischen Welt in der geistigen Welt vorgebildet werden, also dort ihren Ursprung haben und von dorther entsprechend dem dort entstandenen Urbild dann in der physischen Welt in Erscheinung treten.“ (M.Taniguchi)
Das ist aber nicht im Sinne eines strengen Determinismus zu verstehen!
Die Zukunft ist ein jeden Augenblick sich wandelndes Gebilde, geformt von den jeweiligen geistigen Ausrichtungen der Menschen, ihrer Gedanken.
Alle Vorgänge in der geistigen Welt werden in jedem Augenblick gebildet und gewandelt entsprechend den Einwirkungen zahlreicher Wesen und Bedingungen im ganzen All.“ (M.Taniguchi)
Es gibt eine zeitliche Differenz zwischen der Entstehung eines solchen geistigen Formbildes und des zugehörigen tatsächlichen Ereignisses in der materiellen Welt – das Bild manifestiert sich also nicht unmittelbar.
Insofern wird verständlich, dass die Voraussagen, die prinzipiell möglich sind, je weiter sie in die Zukunft reichen, desto ungenauer werden!
Grundsätzlich ist der Mensch, aufgrund seines freien Willens, kein willenloser Spielball des „Schicksals“. Vielmehr ist er Gestalter seines Schicksals, nach dem einfachen Motto „wie man denkt, so ist man!“. Ich kann durch die Ausrichtung meiner Gedanken den Verlauf meines eigenen „Schicksals“, meiner Zukunft mitgestalten.
In gewissem Maß wirke ich immer auch auf das „kollektive Schicksal“ größerer Einheiten, in die ich eingebunden bin (Familie, Volk, Menschheit …) mit ein.
Nicht bin ich kollektiven Schicksalszwängen hilflos ausgeliefert, wenngleich ich karmischen Verstrickungen nicht völlig aus dem Weg gehen kann.
Es gibt somit kein „göttliches Strafgericht“, da eben aufgrund des „Gesetzes von Ursache und Wirkung“, dem „Karma“ jeder sich selbst richtet, d.h. jede Tat (gut oder böse) ausgeglichen wird, im eigenen Leben, in diesem oder einem folgenden.
Für die Menschheit ist die „Weltgeschichte das Weltgericht“, für den Einzelnen im Besonderen sein Leben.
Jeden Augenblick findet das "Jüngste Gericht" statt, denn es ist kein Ereignis in irgendeiner Zukunft, in dem die Menschheit vor einem göttlichen Richterstuhl sitzt, sondern es meint das Wirken des selbstgewirkten Karma im "jüngsten Augenblick" - also jedem Jetzt!
Fürchten muss man sich höchstens vor sich selbst, seinem Tun und dessen Folgen.
Jeder ist sich somit sein eigener Richter. Jeder beeinflusst seine Zukunft, kann diese – in gewissen Grenzen – selbst bestimmen.







Zeit und Raum

"Dreifach ist der Schritt der Zeit:
Zögernd kommt die Zukunft hergezogen,
Pfeilschnell ist das Jetzt entflogen,
Ewig still steht die Vergangenheit.

Keine Ungeduld beflügelt
Ihren Schritt, wenn sie verweilt.
Keine Furcht, kein Zweifeln zügelt
Ihre Lauf, wenn sie enteilt.
Keine Reu', kein Zaubersegen
Kann die Stehende bewegen.

Möchtest du beglückt und weise
Endigen des Lebens Reise,
Nimm die Zögernde zum Rath,
Nicht zum Werkzeug deiner That.
Wähle nicht die Fliehende zum Freund,
Nicht die Bleibende zum Feind.

Dreifach ist des Raumes Maß:
Rastlos fort ohn' Unterlaß
Strebt die Länge: fort ins Weite
Endlos gießet sich die Breite;
Grundlos senkt die Tiefe sich.

Dir ein Bild sind sie gegeben:
Rastlos vorwärts mußt du streben,
Nie ermüdet stille stehn,
Willst du die Vollendung sehn;
Mußt ins Breite dich entfalten,
Soll sich dir die Welt gestalten;
In die Tiefe mußt du steigen,
Soll sich dir das Wesen zeigen.
Nur Beharrung führt zum Ziel,
Nur die Fülle führt zur Klarheit,
Und im Abgrund wohnt die Wahrheit.
"

(Schiller, "Sprüche des Confucius")

Vergangenheit und Zukunft

Meine Seele sprach zu mir und sagte: „Miss die Zeit nicht, indem du sagst: „Es gab das Gestern, und es wird das Morgen geben.“
Und ehe meine Seele zu mir sprach, hatte ich die Vergangenheit als eine Zeit gedacht, die niemals wiederkehrte, und die Zukunft als eine, die niemals zu erreichen sei.
Jetzt erkenne ich, dass der gegenwärtige Augenblick alle Zeit enthält und darin alles ist, was jemals erhofft, getan und erkannt werden kann.
Meine Seele predigte mir und ermahnte mich, den Raum nicht zu begrenzen, indem ich sagte: „Hier, da und dort.“
Ehe meine Seele mir predigte, hatte ich gemeint, wo immer ich ging, sei fern von einem anderen Ort.
Jetzt erkenne ich, dass wo immer ich bin, alle Orte sind; und dass der Weg, den ich gehe, alle Entfernungen in sich fasst.
Mein Haus sagte zu mir: „Verlass mich nicht, denn hier wohnt deine Vergangenheit.“
Und die Straße sagte zu mir: „Komm und folge mir, denn ich bin deine Zukunft.“
Und ich sage zu beiden, meinem Haus und der Straße: „Ich habe keine Vergangenheit, und ich habe keine Zukunft. Wenn ich hier bleibe, ist in meinem Bleiben ein Fortgehen; und wenn ich gehe, ist in meinem Fortgehen ein Bleiben. Einzig die Liebe und der Tod verändern die Dinge.
(Khalil Gibran)

Zeit

"Die Zeit, die wesenlose
Verschwindet wie ein Traum
...
Für ewig aus dunkler Tiefe
Sprudelt der Lebensquell."


(Wilhelm Busch, "Schein und Sein")

"Hartnäckig weiter fließt die Zeit;
Die Zukunft wird Vergangenheit.
Von einem großen Reservoir
Ins andere rieselt Jahr um Jahr;
Und aus den Fluten taucht empor
Der Menschen buntgemischtes Korps.
Sie plätschern, traurig oder munter,
'n bissel 'rum, dann gehen's unter
Und werden ziemlich abgekühlt,
Für läng're Zeit hinweggespült."

(Wilhelm Busch, "Maler Klecksel")